Schön, wenn man einen Plan hat

mein Planmein Plan

und an einem Samstag in die Güterhallen im Südpark pilger kann, um seinen Kunsthorizont zu verschieben.

Neben den Bonsai-Künstlern und dem Insektenfotografen erregten die Fotografien von Kristin Maria Hachenberg im Atelier Gleis 3 meine Aufmerksamkeit.

Vielfalt des Zufälligen: Angst - Aufschrei - Gefangen (Aludibond 50x75, Kristin Maria Hachenberg)Vielfalt des Zufälligen: Angst - Aufschrei - Gefangen (Aludibond 50x75, Kristin Maria Hachenberg)

Den Waschzettel zur Ausstellung VIELFALT DES ZUFÄLLIGEN möchte ich euch nicht vorenthalten. Große Kunst:

Kristin Maria Hachenberg
VIELFALT DES ZUFÄLLIGEN Fotoausstellung Güterhallen Solingen, Atelier „Gleis 3" 2010
Informationen

ZUR PERSON

  • Geboren und aufgewachsen in Berlin
  • Architekturstudium TU Berlin
  • Freiberufliche Tätigkeit als Architektin / Stadtplanerin in Berlin, Essen, Hannover, Stuttgart
  • Strukturfotografie, Zeichnungen, Gedichte
  • Zahlreiche Ausstellungen (Berlin, Stuttgart, Solingen, Tübingen, Plochingen, Zürich)
  • Verheiratet, drei Kinder
  • Lebt in Stuttgart und Berlin

ZUM KONZEPT

Die Künstlerin fokussiert das Zufällige, Unbeachtete, Amorphe oder Vergängliche. Durch den gewählten Blickpunkt, Ausschnitt oder Lichteffekt entstehen Verfremdungen und häufig unerwartet hintergründige Bildaussagen. Die Aufnahmen zeigen Wechselwirkungen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Wiedererkennbarkeit und Abstraktion. Durch die Aufhebung der Trivialität des Alltäglichen wird eine eigentümliche Faszination des Unwesentlichen offenbar, die den Betrachter zwischen Irritation, Verwunderung und Verständnis pendeln lässt und ihn zu neuem Sehen heraus fordert.

Die Künstlerin arbeitet analog, ihre individuelle Wahrnehmung der Realität, die gleichzeitig die Realität selbst unverändert fixiert, verdeutlicht die gesuchte Transformation in eine neue Bildwirklichkeit. Bei den Aufnahmen handelt es sich immer um reale nicht arrangierte Situationen, die unbearbeitet bleiben. Häufig wird jedoch das Mittel der Bildüberlagerung (Dias) eingesetzt, um spezielle Effekte zu erzielen.

ZUR AUSSTELLUNG

In der Ausstellung „VIELFALT DES ZUFÄLLIGEN“ werden 17 Aufnahmen aus der Zeit zwischen 1995 und 2009 präsentiert. Allen Bildern gemeinsam ist das Festhalten vermeintlich unspektakulärer eher zufälliger Situationen aus dem täglichen Umfeld, die durch die Fokussierung eine neue Bildwirklichkeit erfahren. Die große Gestaltungsvielfalt, Ausdrucksstärke und formale Ästhetik unwichtiger Details soll verdeutlicht werden.
Gezeigt werden u.a.

  • Bilder mit starker emotionaler Wirkung aus der Serie „Suche nach Zukunft“ von Graffiti - Gesichtern, die den tiefen Wunsch der Menschen nach einer Veränderung der Welt ausdrücken und nach einer anderen Zukunft rufen.
  • Aufnahmen aus der Reihe „Lebensrotation“, die symbolisch auf den häufig schwierigen und mühsamen Lebensweg vieler Menschen hinweisen
  • Aufnahmen aus der Reihe „Verhüllungen“, die durch das Zusammenwirken von Materialtransparenz und Licht einen speziellen Reiz erfahren.
  • Ferner Einzelbilder mit unterschiedlichen Aussagen, seien es Poesie ausstrahlende Bilder wie „Undurchdringlich verwobenı“ oder „Schattengeläut“ - Aufnahmen, die zum Schmunzeln anregen wie „Freundlich“, das durch seine Skurrilität und Mehrdeutigkeit besticht - sowie hintergründig wirkende Bilder wie „In den Tiefen“, das durch die Irrationalität und Fremdartigkeit des Motivs eine eigentümliche Wirkung ausstrahlt.

Einen Eindruck aus der Bonsai-Ausstellung habe ich:

Anpflanzung in der Schale: BonsaiAnpflanzung in der Schale: Bonsai

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Kommentare

Fokussierte Vielfalt

Scheint mir aber kein Stimmungsaufheller zu sein. Oder hätte man auch bei diesen drei Bildern schmunzeln sollen? Ich bin mir da mittlerweile nicht mehr sicher.

In der Realität

kommen die Fotos nicht ganz so düster rüber.

Was den Stimmungsaufheller betrifft, muss ich dir zustimmen.

Kommentar

Sollen die drei Bilder unsere Wirtschaft nachbilden. Erst Angst um seinen Arbeitsplatz, dann ein Schrei wegen der Kündigung und dann im nicht vorhandenen Arbeitsmarkt gefangen.
Es könnten aber auch die Chefs von kleineren Firmen sein, die ihre finanzielle Lage überblicken. Erst Angst vor dem Konkurs, dann ein Schrei nach Factoring und anschließend bleibt man in der wirtschaftlichen Situation gefangen.

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