Grundsanierung der Müngstener Brücke

einer der Hauptpfeiler der Müngstener Brücke: im Jahre 1896einer der Hauptpfeiler der Müngstener Brücke: im Jahre 1896

Heute drang aus der fast überfüllten Rostlaube an der Wupper folgende Verlautbarung Der Bahn an sein Transportmaterial.

In Kurzform: Wenn ihr auf den Güterverkehr und den regelmäßigen Dampflokverkehr zum Brückenfest verzichtet, dann halten wir die Brücke die nächsten 30 Jahre mit einem Anstrich zusammen; anschließend ist Schichtende. Wenn ihr damit nicht zufrieden seid, dann denkt möglichst bald über einen Neubau nach und meldet euch, wenn der Bau fertiggestellt ist.

Hier die lange Version:

30 Millionen Euro für Sanierung der Müngstener Brücke

(Düsseldorf, 31. Januar 2011) Die Deutsche Bahn AG wird in die Grundsanierung der Müngstener Brücke 30 Millionen Euro investieren. Das gaben heute Vertreter des Unternehmens bei einem Ortstermin mit der Oberbürgermeisterin von Remscheid, Beate Wilding, dem Oberbürgermeister von Solingen, Norbert Feith, sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft bekannt. Schwerpunkte der Arbeiten sind die Erneuerung der Brückenlager sowie ein umfassender Korrosionsschutz.

Nach Abschluss der gesamten Sanierung, für die aus heutiger Sicht ein Zeitraum von fünf Jahren veranschlagt wird, soll das 113 Jahre alte denkmalgeschützte Bauwerk dann für weitere 25 bis 30 Jahre dem Personenverkehr zur Verfügung stehen. Zur Frage des Güterverkehrs erklärten die Vertreter der Bahn, dass nach derzeitigen Einschätzungen nicht damit gerechnet werden kann, dass schwere Güterzüge bzw. Dampflokomotiven regelmäßig wieder über die Brücke fahren können. Falls dies gefordert werde, müsse über Alternativen nachgedacht werden, die bis zu einem Neubau der Brücke gehen könnten. Gleichzeitig würde das Sanierungsprogramm dann aber nicht angefangen werden können.

Güterzüge werden seit 2010 über Wuppertal-Oberbarmen nach Remscheid geführt. Als Bedarf hat sich etwa ein Zug pro Woche herausgestellt.

Ende November wurde die Müngstener Brücke gesperrt, nachdem klar geworden war, dass Verstärkungsmaßnahmen direkt unterhalb der Schienen durchgeführt werden mussten. Diese Arbeiten, die wegen der schwierigen Witterungsverhältnisse zwischen Anfang Dezember und Anfang Januar für etwa sechs Wochen ruhen mussten, wurden am vergangenen Wochenende abgeschlossen. Die technische Abnahme vor Ort durch unabhängige Prüfer ist mittlerweile erfolgt.

Die noch ausstehenden Unterlagen zur Wiederinbetriebnahme der Brücke werden der Aufsichtsbehörde, dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA), kurzfristig vorgelegt. In den kommenden Tagen sollen zudem noch Nachweise zu Temperaturauswirkungen nachgeliefert werden. Das Ingenieurbüro, das von der DB Netz AG im Dezember mit der Berechnung beauftragt worden ist, hat zugesagt, dass die Ergebnisse in dieser Woche vorliegen. DB Netz wird unmittelbar nach Prüfung durch einen vom EBA zugelassenen externen Prüfer die Berechnungen dem Eisenbahn-Bundesamt vorlegen.

Nach Genehmigung der vorläufigen Wiederinbetriebnahme durch die Aufsichtsbehörde wird DB Regio NRW GmbH etwa eine Woche benötigen, um den fahrplanmäßigen Zugverkehr zwischen Wuppertal und Solingen wieder aufnehmen zu können. Grund dafür sind u. a. die Änderung der Fahrzeug- und Personalumläufe sowie die Einstellung der Fahrplandaten in die Informationssysteme.

Zum weiteren Zeitplan erklärten die Vertreter der Deutschen Bahn AG, dass im Sommer die endgültigen Ergebnisse der Nachrechnungen der Statik für das gesamte Brückenbauwerk feststehen und dem Eisenbahn-Bundesamt der Umfang der erforderlichen Sanierungsarbeiten vorgestellt wird. Diese Zeit ergibt sich daraus, dass seit September vergangenen Jahres für ca. 10.000 Bauteile der Brücke einzelne statische Berechnungen durchgeführt werden.

Nach Abstimmung des Umfangs der Sanierungsarbeiten findet eine europaweite Ausschreibung mit anschließender Vergabe statt. Die DB Netz AG hat für die Jahre 2012 und 2013 bereits sogenannte Baufenster im Betriebsablauf fest verankert, d.h. nach derzeitigen Planungen wird in beiden Jahren während der jeweiligen Sommer- und Herbstferien eine Vollsperrung erfolgen, um möglichst schnell mit der Grundsanierung voranzukommen.

Mein Vorschlag:
Demontiert die bestehende Brücke. Sie hat ihre angedachte Lebensdauer längst überschritten. Stattdessen wird sie im alten Baustil erneut errichtet. Dabei berücksichtigt man den Stand der Technik, integriert unter den Schienen einen Fußgängerweg mit Aussichtskanzel. Die Baustelle wird als Eventlocation mit ständigen Führungen vermarktet. Ich sage euch, das könnte ein überregionales Ausflugsziel werden.

Neubaubrücke:
Die Bahn hätte da eventuell etwas abzugeben Die Wahn AG und die 29 Millionen Euro teure Ilmtalbrücke.

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Kommentare

Neubau

Der Neubau wäre doch ein prima Projekt für die Lebenshilfe.

Ach nee, geht ja nicht, die Förderung wird ja um 16% gekürzt. Sind ja dann zu wenig Steuergelder, die auf die gGmbH herabregnen würden...

Jubel

Jubel, jemand der die Kürzung richtig berechnet! :-)
Herr Witte kann es ja scheinbar nicht.

Schön - aber realistisch?

Also die Anmerkung zu "30 Jahre mit einem Anstrich zusammen" gefällt mir sehr gut. Der Eintrag wurde jetzt auch auf http://www.pro-bahn.de/aktuell/ vermerkt. Da gibt es auch den Link zum Solinger Tageblatt, wo vom Bau einer neuen Betonbrücke neben der bestehenden die Rede ist. Was ist dann angesichts von Kosten und Denkmalschutz und der Denke der DB realistischer?

Übrigens habe ich tetti.de schon vor Jahren in Vorbereitung eines Ausflugs gut nutzen können - http://www.myway.de/souvenirs/bergisch/.

Realistisch?

Bei Der Bahn und Politik (Denkmalschutz) halte ich fast alles für realistisch.

Überlegungen zur Betonbrücke gab es - meines Wissens von M.A.N. angestellt - zur 100-Jahr-Feier der Müngstener Brücke. Ich kann mich da noch an eine Fotomontage zu diesem Thema erinnern (liegt im Solinger Stadtarchiv herum).

Was ich mir aber überhaupt nicht vorstellen kann, ist eine Koexistenz zwischen Altertum und Neubau in unmittelbarer Umgebung. Man darf nicht vergessen, dass man auch einer nicht mehr befahrbaren Brücke ein gewisses Maß an Pflege zukommen lassen muss.

Falsch

Eine nicht befahrene Brücke muss nicht mehr gepflegt werden. So eine zusammengebrochene als Eisenbahnbrücke ist doch auch schön pitoresk...

Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Kinzua-Brücke

Brückenpflege

Ich habe von einer Brücke gesprochen, nicht von den Resten einer ehemaligen Talquerung.

Ich bin mir sicher, dass die Brücke, sollte sie zusammenbrechen, innerhalb weniger Tage Beine bekommen würde.

Neubau

Ein Neubau würde sowieso schwierig, da das gesamte Ostufer FFH-Gebiet ist. Unter Umständen müsste dann erst die EU-Kommision um Erlaubnis gefragt werden, sicherlich auch ganz spannend.

Furchtbar

Je mehr man zum Thema Bahn liest desto mehr möchte man in die Tischkante beißen.
Und die Bahn ist nicht das einzige Unternehmen, dass dem Bürger gleich doppelt (einmal bei der Steuer und dann noch am Schalter) in die Tasche greift...

Arroganz der Macht

Bin gespannt, wie lange wir uns das noch gefallen lassen.

Faszinierend

Dein Vorschlag ist wirklich faszinierend!

03.04.2011 !

Die Brücke bleibt bis Anfang April gesperrt. Soviel zu Vorhersagen der DB AG.
http://www.bahn.de/blitz/view/nrw/uebersicht.shtml

[In der verlinkten DB-Meldung für NRW steht, dass der geänderte Fahrplan - Ersatzverkehr - ab dem 22.11.2010 bis voraussichtlich zum 03.04.2011 gilt :: tetti]

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